Doxing ist das Sammeln und Veröffentlichen privater Informationen über eine Person – etwa Wohnadresse, Telefonnummer, Arbeitgeber oder Familie – ohne Zustimmung, meist um sie zu belästigen, einzuschüchtern oder bloßzustellen.
Wie Doxing funktioniert
Der Begriff geht auf „dropping docs“ (Dokumente veröffentlichen) zurück, Hacker-Slang aus den 1990er-Jahren. Doxer führen verstreute Informationen zu einem Profil zusammen und veröffentlichen es in Foren, Telegram-Kanälen oder auf Paste-Seiten. Typische Quellen:
- Open Source Intelligence: Beiträge in sozialen Netzwerken, Fotos mit Standortdaten, Domain-Registrierungsdaten und öffentliche Register;
- Datenhändler und Personensuchmaschinen;
- geleakte Datenbanken aus Datenpannen, die E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Passwörter verknüpfen;
- Social Engineering gegenüber Freunden, Arbeitgebern oder Supportmitarbeitern sowie Kontoübernahmen.
Schon kleine Details im digitalen Fußabdruck einer Person – ein auf mehreren Websites genutzter Benutzername oder der Blick aus einem Fenster – können zur Identifizierung genügen.
Warum Doxing relevant ist
Doxing legt personenbezogene Daten offen und kann zu Stalking, Drohungen, Jobverlust und „Swatting“ führen – fingierten Notrufen, die bewaffnete Polizei zum Opfer schicken. Häufige Ziele sind Journalisten, Aktivisten, Forscher, Gamer und Amtsträger. Auch Hacktivisten und Ransomware-Banden doxen Mitarbeiter und Führungskräfte, um Organisationen unter Druck zu setzen. Mehrere Länder stellen böswilliges Doxing unter Strafe – in Deutschland gilt seit 2021 § 126a StGB (gefährdendes Verbreiten personenbezogener Daten) –, und die DSGVO schränkt die Veröffentlichung personenbezogener Daten in der EU ein.
So schützen Sie sich vor Doxing
- Verwenden Sie für verschiedene Dienste unterschiedliche Benutzernamen und E-Mail-Adressen.
- Begrenzen Sie persönliche Angaben und Standortdaten in öffentlichen Profilen und Fotos.
- Lassen Sie Einträge bei Datenhändlern löschen und nutzen Sie Datenschutzoptionen bei der Domain-Registrierung.
- Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung und prüfen Sie, ob Ihre Konten in bekannten Leaks auftauchen.