Ein digitaler Fußabdruck ist die Datenspur, die eine Person oder Organisation im Internet hinterlässt – Beiträge, Konten, Fotos, geleakte Datensätze und Surfspuren –, die andere sammeln und auswerten können.
Wie ein digitaler Fußabdruck entsteht
Digitale Fußabdrücke werden meist in zwei Arten unterteilt:
- Aktiver Fußabdruck – bewusst geteilte Informationen: Profile in sozialen Netzwerken, Kommentare, Bewertungen, veröffentlichte Lebensläufe, Fotos und Forenbeiträge.
- Passiver Fußabdruck – ohne direktes Zutun gesammelte Daten: IP-Adressen in Serverprotokollen, Tracking-Cookies, Browser-Fingerprinting, Standortverläufe sowie Datensätze, die Datenhändler verkaufen oder die bei Datenlecks offengelegt werden.
Bei Unternehmen gehören dazu Domains, öffentlich erreichbare Server, Mitarbeiterprofile, Stellenanzeigen mit Hinweisen auf eingesetzte Technik und Code in öffentlichen Repositorys.
Warum der digitale Fußabdruck für die Sicherheit wichtig ist
Die meisten Angriffskampagnen beginnen mit Aufklärung, und öffentliche Daten machen sie leicht. Mit OSINT-Methoden können Angreifer Belegschaft und Struktur einer Organisation erfassen, das Format von E-Mail-Adressen erraten und überzeugendes Spear-Phishing oder Anrufe unter Vorwand vorbereiten. Persönliche Details wie der Name des Haustiers, die Schule oder der Geburtstag helfen beim Beantworten von Sicherheitsfragen und beim Erraten von Passwörtern. Geleakte Adressen und Telefonnummern ermöglichen Doxing, Stalking und SIM-Swapping. Fotos mit eingebetteten Geodaten oder sichtbaren Ausweisen und Bildschirmen haben schon sensible Orte verraten; 2018 legte die öffentliche Heatmap der Fitness-App Strava über die Laufstrecken von Soldaten den Grundriss von Militärstützpunkten offen.
So verkleinern Sie Ihren digitalen Fußabdruck
- Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken prüfen und ungenutzte Konten löschen.
- Regelmäßig nach dem eigenen Namen, der E-Mail-Adresse und der Telefonnummer suchen und die Löschung bei Datenhändlern beantragen.
- Keine Reisepläne, Details zum Arbeitsplatz oder Fotos von Dokumenten und Ausweisen teilen.
- Für verschiedene Zwecke getrennte E-Mail-Adressen nutzen und Dienste zur Benachrichtigung über Datenlecks verwenden.
- Organisationen sollten ihren externen Fußabdruck prüfen und Beschäftigte schulen, was nicht veröffentlicht werden sollte.