Browser-Fingerprinting ist eine Tracking-Technik, die einen Webbrowser anhand vieler technischer Merkmale zu einem eindeutigen Profil zusammenfasst und so wiedererkennt, ohne etwas auf dem Gerät des Nutzers zu speichern.
Wie Browser-Fingerprinting funktioniert
Skripte einer Website sammeln unbemerkt Merkmale, die Browser jeder Seite preisgeben:
- User-Agent-String, Betriebssystem, Sprache und Zeitzone;
- Bildschirmauflösung, installierte Schriftarten und Hardwaredetails wie Zahl der CPU-Kerne und Arbeitsspeicher;
- Darstellungsunterschiede bei Canvas, WebGL und Audioverarbeitung, die je nach Grafikkarte und Treiber variieren;
- IP-Adresse, HTTP-Header und Parameter des TLS-Handshakes.
Jeder Wert ist für sich genommen verbreitet, zusammen ergeben sie jedoch einen oft einzigartigen Fingerabdruck. Die Panopticlick-Studie der EFF ergab 2010, dass rund 84 % der getesteten Browser einen eindeutigen Fingerabdruck hatten. Anders als Cookies lässt sich ein Fingerabdruck nicht einfach löschen und funktioniert auch im privaten Modus.
Wie Browser-Fingerprinting genutzt wird
- Werbung und Tracking – Verfolgung von Nutzern über Websites hinweg, während Drittanbieter-Cookies verschwinden; das vergrößert den passiven digitalen Fußabdruck. Googles Werberichtlinien erlauben Fingerprinting seit 2025, was die britische Datenschutzbehörde kritisierte.
- Betrugsprävention – Banken und Onlineshops vergleichen Fingerabdrücke, um Bots, Kontoübernahmen und Anmeldungen von unbekannten Geräten zu erkennen.
- Tarnung von Kriminellen – Angreifer imitieren mit Antidetect-Browsern die Fingerabdrücke ihrer Opfer. Der 2023 von der Polizei abgeschaltete Genesis Market verkaufte „Bots“ mit gestohlenen Cookies und Fingerabdrücken, die Infostealer gesammelt hatten, damit Käufer die Browser der Opfer nachahmen konnten.
So schränken Sie Fingerprinting ein
- Browser mit eingebautem Schutz verwenden: Der Tor Browser lässt alle Nutzer gleich aussehen, Brave und Firefox blockieren oder randomisieren bekannte Fingerprinting-Skripte.
- Ungewöhnliche Erweiterungen und Einstellungen vermeiden, die einen Browser auffällig machen.
- Skripte von Drittanbietern mit Datenschutz-Erweiterungen blockieren.
- Den eigenen Browser mit dem EFF-Werkzeug Cover Your Tracks testen.





