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CERT/CC warnt: Skullcandy Dime 3 Ohrhörer sind anfällig für unautorisierte Bluetooth-Kopplung ohne Update-Möglichkeit

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CyberSecureFox Editorial Team

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Das Koordinationszentrum CERT/CC hat den Sicherheitshinweis VU#859658 veröffentlicht, in dem eine Schwachstelle der kabellosen Ohrhörer Skullcandy Dime 3 (Modell S2DCW) mit Firmware-Version 1.0.0.28 beschrieben wird. Die Geräte akzeptieren Bluetooth-Kopplungsanfragen von zuvor unbekannten Geräten, ohne dass die Ohrhörer in den Kopplungsmodus versetzt werden und ohne irgendeine physische Bestätigung durch den Besitzer. Nach Angaben von CERT/CC kann ein Angreifer nach erfolgreicher Verbindung den Audiostream abfangen und Ton über das Mikrofon der Ohrhörer aufzeichnen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass der Patch in der Firmware 1.0.0.30 vorhanden ist, Besitzer bereits gekaufter Geräte jedoch keine verfügbare Möglichkeit haben, das Update zu installieren.

Technische Details der Schwachstelle

Das Problem wird als CVE-2025-20701 nachverfolgt und steht im Zusammenhang mit dem Bluetooth Audio SDK von Airoha Technology Corp., dessen Chipsatz in den Skullcandy Dime 3 verwendet wird. Laut Eintrag in der GitHub Advisory Database ist die Schwachstelle als CWE-863 (fehlerhafte Autorisierung) klassifiziert und erhielt eine Bewertung von 8.8 von 10 nach CVSS v3.1 (Vektor: CVSS:3.1/AV:A/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H), was dem Schweregrad High entspricht.

Laut Sicherheitshinweis von CERT/CC muss sich ein Angreifer zur Ausnutzung der Schwachstelle lediglich im Empfangsbereich von Bluetooth befinden. Nicht erforderlich sind:

  • eine vorherige Kopplung mit den Ohrhörern;
  • physischer Zugriff auf das Gerät oder sein Case;
  • die Eingabe eines PIN-Codes oder Zugangsschlüssels;
  • irgendeine Interaktion seitens des Besitzers.

Die Ohrhörer verwenden den Eingabe-/Ausgabe-Modus NoInputNoOutput, was bedeutet, dass der Kopplungsvorgang und die Einrichtung einer vertrauenswürdigen Verbindung (Bonding) automatisch ohne Beteiligung des Nutzers abgeschlossen werden. Die Kopplungsanfrage wird direkt an die bekannte oder entdeckte Bluetooth Classic-Adresse (BR/EDR) der Ohrhörer gesendet.

Folgen einer Ausnutzung

Laut CERT/CC wird das Gerät des Angreifers nach einer unautorisierten Kopplung in die Liste der vertrauenswürdigen Geräte aufgenommen und kann sich künftig automatisch erneut verbinden, sobald es sich im Bluetooth-Empfangsbereich befindet. Das eröffnet folgende Möglichkeiten:

  • Aufbau eines A2DP-Audiotransports, wodurch die aktive Verbindung des legitimen Nutzers mit seinem eigenen Gerät unterbrochen wird;
  • Abfangen des wiedergegebenen Audiostreams;
  • Zugriff auf das Hands-Free-/Headset-Profil und Erfassen von Ton über das Mikrofon der Ohrhörer in Echtzeit.

Der einzige Indikator für den Besitzer ist die Sprachausgabe „New device paired“, die erst nach Abschluss der unautorisierten Kopplung wiedergegeben wird – eine vorherige Blockierung der Verbindung ist also nicht möglich.

Update-Problem: Patch ohne Auslieferung

Der bedeutendste Aspekt dieser Schwachstelle ist weniger das technische Problem selbst als vielmehr die Unmöglichkeit, sie für bestehende Nutzer zu beheben. Laut Sicherheitshinweis von CERT/CC ist die Korrektur in der Firmware-Version 1.0.0.30 enthalten, die der Hersteller als wirksam betrachtet. Die Skullcandy Dime 3 unterstützen jedoch kein Firmware-Update über die Skullcandy-App, und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Sicherheitshinweises gibt es keinen bekannten, für Verbraucher verfügbaren Weg, um von Version 1.0.0.28 auf 1.0.0.30 zu aktualisieren.

Hier ist ein Widerspruch im Sicherheitshinweis von CERT/CC zu erwähnen: Der Abschnitt „Solution“ verweist auf eine Bestätigung seitens Skullcandy in Bezug auf die Update-Einschränkungen, während der Abschnitt mit Herstellerinformationen angibt, dass CERT/CC keine offizielle Stellungnahme des Herstellers erhalten hat. Das bedeutet, dass die Art der Kommunikation zwischen CERT/CC und Skullcandy unklar bleibt und die Aussage über eine Bestätigung durch den Hersteller mit diesem Vorbehalt zu betrachten ist.

Neue Chargen der Dime 3 könnten theoretisch bereits mit korrigierter Firmware ausgeliefert werden, für Besitzer zuvor erworbener Geräte ist die Situation jedoch faktisch ausweglos.

Umfang des Problems und Kontext

Der bestätigte Geltungsbereich der Schwachstelle ist auf ein konkretes Modell beschränkt: Skullcandy Dime 3 (S2DCW) mit Firmware 1.0.0.28. Obwohl CVE-2025-20701 das Problem im Airoha Bluetooth Audio SDK beschreibt, das von zahlreichen Herstellern genutzt wird, nennt der Eintrag in der GitHub Advisory Database keine konkret betroffenen und behobenen SDK-Versionen und lässt diese als „Unknown“. Daher wäre es ohne zusätzliche Bestätigungen nicht korrekt, die Schlussfolgerungen dieses Sicherheitshinweises auf alle Geräte auf Basis von Airoha-Chipsätzen zu übertragen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen keine Informationen über eine aktive Ausnutzung der Schwachstelle in realen Angriffen vor. CVE-2025-20701 ist nicht im CISA KEV-Katalog aufgeführt.

Empfehlungen

Da ein softwarebasierter Weg zur Behebung der Schwachstelle für bestehende Geräte nicht zur Verfügung steht, sind mögliche Maßnahmen zur Risikominderung begrenzt:

  • Sensibilisierung: Achten Sie auf unerwartete Sprachausgaben zur Kopplung mit einem neuen Gerät – dies kann ein Hinweis auf eine unautorisierte Verbindung sein.
  • Physische Kontrolle: Bewahren Sie die Ohrhörer in einem geschlossenen Case auf, wenn sie nicht verwendet werden, um das Angriffsfenster zu minimieren.
  • Risikobewertung: Wenn die Ohrhörer in Umgebungen genutzt werden, in denen die Vertraulichkeit von Gesprächen kritisch ist, sollte ein Austausch gegen ein Modell mit Unterstützung für Firmware-Updates und strengerem Kopplungsverfahren in Betracht gezogen werden.
  • Firmware-Prüfung: Vergewissern Sie sich beim Kauf neuer Skullcandy Dime 3, dass das Gerät mit Firmware 1.0.0.30 oder neuer ausgeliefert wird.

Der Fall der Skullcandy Dime 3 verdeutlicht ein systemisches Problem der Unterhaltungselektronik: Ein Patch beim Chiphersteller ist nutzlos, wenn das Endgerät keinen Mechanismus zur Auslieferung von Updates besitzt. Besitzer betroffener Ohrhörer, die diese für vertrauliche Gespräche oder an öffentlichen Orten mit hoher Personendichte einsetzen, sollten prüfen, ob das Risiko eines Abhörens über das Mikrofon die weitere Nutzung dieses Geräts rechtfertigt – und gegebenenfalls auf ein Modell mit Update-Unterstützung wechseln.


CyberSecureFox Editorial Team

Die CyberSecureFox-Redaktion berichtet über Cybersecurity-News, Schwachstellen, Malware-Kampagnen, Ransomware-Aktivitäten, AI Security, Cloud Security und Security Advisories von Herstellern. Die Beiträge werden auf Grundlage von official advisories, CVE/NVD-Daten, CISA-Meldungen, Herstellerveröffentlichungen und öffentlichen Forschungsberichten erstellt. Artikel werden vor der Veröffentlichung geprüft und bei neuen Informationen aktualisiert.

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