Carding bezeichnet den Diebstahl, Handel und betrügerischen Einsatz von Zahlungskartendaten – vom Abgreifen der Kartennummern über den Verkauf auf kriminellen Marktplätzen bis zur Monetarisierung durch Einkäufe.
Wie Carding funktioniert
Carding ist eine organisierte Untergrundökonomie mit klar verteilten Rollen:
- Diebstahl – Kartendaten werden mit Skimming-Geräten, Formjacking-Skripten in Onlineshops, Phishing-Seiten, Malware auf Kassensystemen und durch Datenbank-Leaks erbeutet.
- Handel – die Daten werden in Card-Shops und Foren im Dark Web verkauft. Händler unterscheiden „Dumps“ (Magnetstreifendaten zum Klonen physischer Karten) von „CVV“ oder „Fullz“ (Kartennummer, Prüfnummer und persönliche Daten für Onlinekäufe).
- Validierung – Carder führen „Card Testing“ durch: kleine automatisierte Zahlungen, die zeigen, welche Karten noch funktionieren.
- Cash-out – Kauf weiterverkaufbarer Waren und Geschenkkarten, Einsatz von Weiterversendern („Reshippern“) und Geldtransfer über Finanzagenten.
Warum Carding relevant ist
Große Datenlecks speisen den Markt über Jahre. Karten aus dem Target-Hack von 2013, bei dem rund 40 Millionen Karten betroffen waren, tauchten binnen Tagen im Card-Shop Rescator auf. Joker’s Stash, einer der größten Card-Shops, stellte 2021 nach Jahren des Handels mit Daten aus Einzelhandels- und Restaurant-Hacks den Betrieb ein. Die Verluste tragen Banken und Händler über Rückbuchungen sowie Kunden, die Karten ersetzen und Abbuchungen anfechten müssen.
So schützen Sie sich vor Carding
- Händler sollten PCI DSS einhalten, keine Kartendaten speichern und Checkout-Seiten auf eingeschleuste Skripte überwachen.
- 3-D Secure, Betrugs-Scoring und Ratenbegrenzung stoppen Card Testing.
- Karteninhaber sollten Transaktionsbenachrichtigungen aktivieren, online virtuelle oder tokenisierte Karten (Apple Pay, Google Pay) nutzen und Abrechnungen regelmäßig prüfen.
- Chip- und kontaktloses Bezahlen ist dem Magnetstreifen vorzuziehen.





