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Widerruf des Mozilla-GPG-Subkeys: Folgen für Firefox und Thunderbird

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CyberSecureFox Editorial Team

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Mozilla hat den kryptografischen Unterschlüssel (subkey), der für die Signierung der Firefox– und Thunderbird-Downloads für Linux verwendet wird, widerrufen, nachdem eine unverschlüsselte Kopie des Schlüsselmaterials versehentlich in eines der privaten Repositories des Unternehmens eingecheckt worden war. Der Austausch betrifft Nutzer, die die Signaturen heruntergeladener Dateien manuell überprüfen, sowie diejenigen, die Firefox aus den offiziellen RPM-Paketen von Mozilla installieren. Die meisten Anwender müssen nichts unternehmen, allerdings schlagen nach dem Import des Widerrufs für den alten Schlüssel alle zuvor damit signierten Dateien bei der Verifikation fehl.

Was ist passiert

Laut der offiziellen Mitteilung im Mozilla Security Blog landete eine unverschlüsselte Kopie des privaten Unterschlüssels für die Signierung von Releases in einem der privaten Repositories des Unternehmens. Dieser Schlüssel wird verwendet, damit Nutzer und Linux-Distributionen sicherstellen können, dass das heruntergeladene Firefox-Archiv tatsächlich von Mozilla veröffentlicht wurde und nicht verändert ist.

Mozilla erklärte, dass die Prüfung der verfügbaren Audit-Logs keine Hinweise auf einen unautorisierten Zugriff auf das Repository ergeben habe und alle Personen mit Zugriff darauf über legitime Berechtigungen verfügten. Dennoch hat das Unternehmen entschieden, den Schlüssel als Präventionsmaßnahme zu widerrufen.

Bemerkenswert ist, dass die Rotation rund sieben Monate früher als geplant erfolgte. Der widerrufene Unterschlüssel mit dem Fingerabdruck 09BE ED63 F346 2A2D FFAB 3B87 5ECB 6497 C1A2 0256 wurde im April 2025 in Betrieb genommen und sollte bis März 2027 gültig bleiben. Mozilla rotiert den Signatur-Unterschlüssel etwa alle zwei Jahre als Schutz vor unentdeckten Lecks.

Technische Details und Semantik des Widerrufs

Vom Widerruf betroffen ist ausschließlich der Unterschlüssel (subkey), nicht aber der primäre Schlüssel. Der Hauptschlüssel mit dem Fingerabdruck 14F26682D0916CDD81E37B6D61B7B526D98F0353 bleibt gültig. Der neue Ersatz-Unterschlüssel hat den Fingerabdruck 827E 6586 0867 9618 CD34 9F93 678E 455D 7676 7AA3 und ist bis zum 5. August 2028 gültig.

Ein wesentlicher Aspekt betrifft die Wahl des Widerrufsgrund-Codes. Gemäß RFC 4880 definiert der OpenPGP-Standard mehrere Gründe für den Widerruf eines Schlüssels. Code 0 (superseded — Schlüssel ersetzt) oder Code 1 (key is no longer used — Schlüssel wird nicht mehr verwendet) erhalten die Gültigkeit früherer Signaturen. Code 2 (key material has been compromised — Schlüsselmaterial kompromittiert) macht jede einzelne Signatur verdächtig, die jemals mit diesem Schlüssel erstellt wurde.

Nach Angaben von Forschern enthält das von Mozilla veröffentlichte Widerrufszertifikat genau den Grund-Code 2 mit der Anmerkung „We no longer trust this key“, erzeugt am 6. August 2026. Das bedeutet, dass alle zuvor heruntergeladenen Firefox- und Thunderbird-Dateien, die mit dem alten Unterschlüssel signiert wurden, die Signaturprüfung nach dem Import des Widerrufszertifikats nicht mehr bestehen – nicht nur zukünftige Downloads.

Den vorliegenden Informationen zufolge zeigt die Analyse des öffentlichen Schlüsselmaterials im Mozilla-Repository fünf frühere Signatur-Unterschlüssel, die seit 2015 im Einsatz waren – sie wurden sämtlich nach Ablauf ihrer Gültigkeit außer Betrieb genommen. Der aktuelle Fall ist der erste Widerruf (revocation) in der gesamten Geschichte dieses Schlüssels.

Wer ist betroffen und wie groß ist die Auswirkung

Der Vorfall betrifft zwei Kategorien von Nutzern:

  • Nutzer, die GPG-Signaturen manuell überprüfen für heruntergeladene Firefox- und Thunderbird-Archive unter Linux – sie müssen den neuen Schlüssel und das Widerrufszertifikat des alten importieren.
  • Nutzer der Firefox-RPM-Pakete von Mozilla – sie können auf Aktualisierungsfehler stoßen und müssen den Schlüssel im Paketverwaltungssystem manuell ersetzen.

Nutzer von Debian und Ubuntu, die Firefox aus dem APT-Repository von Mozilla installieren, sind nicht betroffen: Dieses Repository verwendet einen anderen Schlüssel, und das .deb-Format gehört nicht zu den betroffenen Formaten. Thunderbird veröffentlicht keine offiziellen RPM-Pakete, daher ist das Verfahren zum Schlüsseltausch in RPM auf Thunderbird nicht anwendbar.

Praktische Empfehlungen

Für Nutzer der Firefox-RPM-Pakete (Fedora, RHEL, openSUSE)

In einigen Distributionen lädt dnf den aktualisierten Schlüssel beim nächsten Update automatisch herunter und fordert zur Bestätigung des Fingerabdrucks auf. Falls dies nicht geschieht oder das Update mit einem Fehler endet, ist eine manuelle Ersetzung erforderlich:

  1. Alten Schlüssel entfernen: sudo rpm -e --allmatches gpg-pubkey-14f26682d0916cdd81e37b6d61b7b526d98f0353
  2. Neuen Schlüssel importieren: sudo rpm --import https://packages.mozilla.org/rpm/firefox/signing-key.gpg
  3. Cache leeren: sudo dnf clean all

Wichtig: Der Befehl rpm --import kann eine erfolgreiche Ausführung melden und dennoch den veralteten Schlüssel im System belassen. Daher ist das Entfernen des alten Schlüssels als erster Schritt zwingend erforderlich. Nutzer von openSUSE führen dieselben beiden rpm-Befehle aus und rufen anschließend zypper refresh auf.

Für Nutzer, die Signaturen manuell überprüfen

Es ist notwendig, den neuen öffentlichen Unterschlüssel mit dem Fingerabdruck 827E 6586 0867 9618 CD34 9F93 678E 455D 7676 7AA3 sowie das Widerrufszertifikat des alten Unterschlüssels zu importieren. Danach werden zuvor heruntergeladene Dateien, die mit dem alten Schlüssel signiert wurden, die Verifikation nicht mehr bestehen – dieses Verhalten ist erwartbar und durch die Semantik des Widerrufs-Codes 2 in OpenPGP bedingt.

Offene Fragen

Mozilla hat eine Reihe wesentlicher Details nicht offengelegt: Welches Repository genau den Schlüssel enthielt, wie lange sich die unverschlüsselte Kopie darin befand, auf welche Weise das Leck entdeckt wurde und welche konkreten Schutzmaßnahmen nach dem Vorfall implementiert wurden. Die Wahl des Grund-Codes 2 (Kompromittierung des Schlüsselmaterials) bei gleichzeitig fehlendem Nachweis eines unautorisierten Zugriffs erzeugt einen Widerspruch zwischen der formalen Semantik des Widerrufs und der offiziellen Position des Unternehmens, das nicht behauptet, der Schlüssel sei entwendet worden.

Nutzer der Firefox-RPM-Pakete von Mozilla sollten die Schlüsselerneuerung nach dem oben beschriebenen Verfahren umgehend durchführen und dabei sicherstellen, dass der Fingerabdruck des neuen Unterschlüssels mit dem veröffentlichten Wert 827E 6586 0867 9618 CD34 9F93 678E 455D 7676 7AA3 übereinstimmt. Wer die Signaturen der Downloads manuell überprüft, muss den eigenen Schlüsselbund vor dem nächsten Download von Firefox oder Thunderbird aktualisieren. Nutzer des APT-Repositorys von Mozilla für Debian und Ubuntu müssen keine Maßnahmen ergreifen.


CyberSecureFox Editorial Team

Die CyberSecureFox-Redaktion berichtet über Cybersecurity-News, Schwachstellen, Malware-Kampagnen, Ransomware-Aktivitäten, AI Security, Cloud Security und Security Advisories von Herstellern. Die Beiträge werden auf Grundlage von official advisories, CVE/NVD-Daten, CISA-Meldungen, Herstellerveröffentlichungen und öffentlichen Forschungsberichten erstellt. Artikel werden vor der Veröffentlichung geprüft und bei neuen Informationen aktualisiert.

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