Bulletproof Hosting ist ein Hosting-Dienst, der kriminelle Aktivitäten wissentlich duldet und Missbrauchsbeschwerden sowie Takedown-Anfragen von Forschern und Strafverfolgern ignoriert.
Wie Bulletproof Hosting funktioniert
Bulletproof-Hoster vermieten Server, IP-Adressen und Domains an Kunden, die bei gewöhnlichen Anbietern schnell gesperrt würden. Sie sind meist in Staaten registriert, die bei Cyberkriminalität kaum kooperieren, werben in Untergrundforen und akzeptieren anonyme Zahlungen in Kryptowährung. Um Druck standzuhalten, treten viele als Reseller in legitimen Rechenzentren auf, verschieben Kunden zwischen IP-Bereichen und Briefkastenfirmen und tauchen nach einer Sperrung schnell unter neuem Namen wieder auf.
Typische Kunden betreiben dort unter anderem:
- Command-and-Control-Server für Malware und Botnetze;
- Phishing-Kits, Exploit-Kits und Download-Seiten für Malware;
- Spam-Infrastruktur, Betrugsshops und Leak-Seiten von Ransomware-Gruppen.
Warum Bulletproof Hosting relevant ist
Widerstandsfähige Infrastruktur ist ein Rückgrat der kriminellen Ökonomie. Als der US-Provider McColo 2008 von seinen Upstream-Netzen getrennt wurde, sank das weltweite Spam-Aufkommen für Wochen deutlich. Das Russian Business Network wurde Mitte der 2000er-Jahre für das Hosting von Malware und Betrug berüchtigt. 2019 durchsuchte die deutsche Polizei den CyberBunker, ein Rechenzentrum in einem ehemaligen NATO-Bunker in Traben-Trarbach, das Darknet-Marktplätze und Botnetz-Server beherbergte. Regierungen verhängen inzwischen auch Sanktionen gegen solche Anbieter, etwa 2025 gegen Zservers.
Wie Verteidiger reagieren
- Datenverkehr zu IP-Bereichen und autonomen Systemen, die für Missbrauch bekannt sind, blockieren oder genau überwachen.
- Threat-Intelligence-Feeds nutzen, die Bulletproof-Infrastruktur verfolgen.
- Neu registrierte Domains und IP-Adressen ohne Reputation in Proxy- und Mailfiltern strenger behandeln.
- Forscher und Behörden setzen Sinkholing, Domain-Beschlagnahmungen und Druck auf Upstream-Provider ein, um sie zu stören.





