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AgentForger: Wie eine CSRF-Schwachstelle versteckte ChatGPT-Agents einschleust

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CyberSecureFox Editorial Team

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Forschende von Zenity Labs haben eine CSRF-Schwachstelle im Tool OpenAI ChatGPT Agent Builder offengelegt, die den Codenamen AgentForger erhielt. Nach Angaben der Forschenden ermöglichte ein einziger Klick auf einen speziell präparierten Link, innerhalb der Unternehmensumgebung des Opfers einen autonomen KI-Agenten zu erstellen, zu autorisieren und zu starten – ohne weiteres Zutun durch die Nutzerin oder den Nutzer. Die Schwachstelle betraf Organisationen, die ChatGPT Workspace Agents mit angebundenen Unternehmensintegrationen (Outlook, Gmail, Slack, Teams, Google Drive) einsetzen. OpenAI hat das Problem den Berichten zufolge am 8. Juni 2026 nach verantwortungsvoller Meldung behoben. Ein offizielles Sicherheitsbulletin von OpenAI war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich nicht auffindbar.

Angriffsmechanismus: vom URL-Parameter zum autonomen Operator

Agent Builder ist ein visueller Baukasten, mit dem sich mehrstufige Workflows auf Basis von KI-Agenten erstellen lassen. OpenAI kündigte die Einstellung der Unterstützung für dieses Produkt zum 30. November 2026 an und empfiehlt den Umstieg auf das Agents SDK.

Nach Angaben von Zenity Labs lag die Wurzel des Problems darin, dass Agent Builder den Initialisierungszustand über URL-Parameter entgegennahm, darunter template_name und initial_assistant_prompt. Der kritische Punkt: Beim Laden der Seite wurde der Wert des Parameters initial_assistant_prompt nicht lediglich in ein Eingabefeld eingetragen, sondern automatisch gesendet und ausgeführt. Dadurch wurde jede Anweisung, die in die URL eingebettet war, zum ersten Befehl, den der Builder unmittelbar ausführte.

Der Angriffsvektor sah folgendermaßen aus: Der Angreifer generierte einen Phishing-Link der Form:

chatgpt[.]com/agents/studio/new?template_name=[vorlage]&initial_assistant_prompt=[boesartiger prompt]

Für eine erfolgreiche Ausnutzung mussten nach Angaben der Forschenden drei Bedingungen erfüllt sein:

  • Das Opfer ist bei ChatGPT angemeldet
  • Das Opfer hat Zugriff auf Workspace Agents
  • Mindestens ein Konnektor zu einer Unternehmensanwendung ist angebunden (Outlook, Gmail, Google Calendar, Google Drive, Slack oder Teams)

Exploitation-Kette und Persistenzmechanismus

Wie in der zweiten Forschungsarbeit berichtet wird, wies der bösartige Prompt, der über die URL übergeben wurde, den Builder an, eine Abfolge von Aktionen auszuführen:

  1. Erstellen eines Agenten auf Basis der Vorlage „chief-of-staff“
  2. Verbinden aller verfügbaren Konnektoren und Setzen des Modus „Never ask“ für jeden einzelnen, wodurch Bestätigungsabfragen deaktiviert werden
  3. Veröffentlichen des Agenten und Einrichten eines stündlichen Ausführungsplans – als Mechanismus für Persistenz
  4. Bei jeder Ausführung Prüfen eingehender E-Mails von einer bestimmten Adresse mit einem Betreff, der mit „TASK“ beginnt, Ausführen der darin beschriebenen Aufgaben und Senden der Ergebnisse an die Adresse des Angreifers
  5. Aktivieren des Preview Mode für einen sofortigen Start

Ein entscheidendes Detail: Der Preview Mode, der eigentlich zum Testen des Agenten vor der Veröffentlichung vorgesehen ist, führte nach Angaben der Forschenden reale Aktionen mit den angebundenen Konten des Opfers aus und nutzte dabei die soeben konfigurierten Genehmigungseinstellungen. Es handelte sich nicht um einen „Trockendurchlauf“ – der Agent erhielt vollumfänglichen Zugriff auf die Unternehmensdaten.

Warum das wichtig ist: neuer Bedrohungstyp für Unternehmens-KI

AgentForger macht ein grundlegendes Problem deutlich, das die Forschenden als Vertrauensfehler gegenüber dem Agenten beschreiben: Die Plattform ging davon aus, dass die Nutzerin bzw. der Nutzer den Agenten bewusst erstellt, genehmigt, geplant und gestartet hatte. Eine Verifizierung dieser Absicht fand nicht statt.

Nach dem Ausrollen konnte der gefälschte Agent laut Zenity als autonomer interner Operator agieren: Er war in der Lage, Aufklärung innerhalb der Organisation zu betreiben, Dokumente aus Cloud-Speichern zu extrahieren und sensible Daten aus Unternehmens-Messengern zu sammeln. Der Angreifer benötigte kein weiteres direktes Eingreifen – jede E-Mail mit dem Betreff „TASK“ wurde zu einem neuen Auftrag für den Agenten.

Am stärksten gefährdet sind Organisationen, die ChatGPT Workspace Agents mit zahlreichen Integrationen in Unternehmensservices intensiv nutzen. Je mehr Konnektoren angebunden sind, desto größer ist die Angriffsfläche und desto größer ist das Datenvolumen, auf das ein kompromittierter Agent zugreifen kann.

Größerer Kontext: verwundbare KI-Infrastruktur

Die Untersuchung zu AgentForger fügt sich in einen Trend ein, den Zenity Labs parallel beobachtet: Angreifer nutzen Schwachstellen in selbst betriebenen KI-Infrastrukturen aktiv aus. Insbesondere wird berichtet über den Missbrauch von Schwachstellen in LiteLLM – CVE-2024-6587, CVE-2026-40217 und CVE-2026-35029 – sowie offener Ollama-Endpunkte, um KI-Infrastrukturen zu kapern und Angriffe gegen Dritte durchzuführen. Falsch konfigurierte Modell-Server ohne Authentifizierung, die auf vorhersagbaren Ports erreichbar sind, werden zu praktischen anonymen Rechenressourcen für offensive Operationen.

Praktische Empfehlungen

  • Audit bestehender Agents: Überprüfen Sie alle in Ihrer Organisation ausgerollten Workspace Agents – insbesondere solche, die mit der Vorlage „chief-of-staff“ erstellt wurden. Achten Sie auf Agents mit Zeitplänen für die Ausführung und deaktivierten Bestätigungen.
  • Überprüfung der Konnektoren: Gehen Sie die Liste der autorisierten ChatGPT-Integrationen mit Unternehmensanwendungen durch. Deaktivieren Sie ungenutzte Konnektoren – jeder einzelne vergrößert die potenzielle Angriffsfläche.
  • Monitoring von E-Mail-Regeln: Überwachen Sie eingehende E-Mails mit dem Muster „TASK“ im Betreff, die an Mitarbeitende gesendet werden, die ChatGPT Workspace nutzen.
  • Migrationsplanung: Angesichts der angekündigten Einstellung der Unterstützung für Agent Builder zum 30. November 2026 sollten Sie den Umstieg auf das Agents SDK einleiten und das Sicherheitsmodell des neuen Werkzeugs bewerten.
  • Einschränkung automatischer Ausführung: Erwägen Sie auf Organisationsebene Richtlinien, die das automatische Erstellen und Veröffentlichen von Agents ohne explizite mehrstufige Bestätigung untersagen.

AgentForger ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie eine klassische Web-Schwachstelle (CSRF) in Kombination mit automatischer Prompt-Ausführung und einem auf Vertrauen in Agents basierenden System einen qualitativ neuen Angriffsvektor schafft. Organisationen, die ChatGPT Workspace Agents einsetzen, sollten umgehend einen Audit der ausgerollten Agents und angebundenen Integrationen durchführen und bei der Planung der Migration auf das Agents SDK Anforderungen an eine explizite Verifizierung der Nutzerabsicht bei Erstellung und Autorisierung von KI-Agenten fest verankern.


CyberSecureFox Editorial Team

Die CyberSecureFox-Redaktion berichtet über Cybersecurity-News, Schwachstellen, Malware-Kampagnen, Ransomware-Aktivitäten, AI Security, Cloud Security und Security Advisories von Herstellern. Die Beiträge werden auf Grundlage von official advisories, CVE/NVD-Daten, CISA-Meldungen, Herstellerveröffentlichungen und öffentlichen Forschungsberichten erstellt. Artikel werden vor der Veröffentlichung geprüft und bei neuen Informationen aktualisiert.

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