Ein Drive-by-Download ist das unbeabsichtigte Herunterladen von Malware auf ein Gerät allein durch den Besuch einer Website, das Laden einer bösartigen Anzeige oder einer präparierten Seite – oft ohne Klick oder Warnung.
Wie Drive-by-Downloads funktionieren
Es gibt zwei Hauptformen:
- Exploit-basiert – Code auf der Seite untersucht den Browser und seine Plug-ins und nutzt einen Exploit, um Code auf dem Gerät auszuführen. Außer dem Aufruf der Seite ist keine Interaktion nötig. Exploit-Kits haben diesen Ansatz in großem Stil automatisiert.
- Täuschende Downloads – die Seite verleitet den Nutzer dazu, eine Datei herunterzuladen, etwa ein gefälschtes Browser-Update, einen angeblich fehlenden Video-Codec oder eine „benötigte“ Schriftart. Die Kampagne SocGholish (FakeUpdates) nutzt seit Jahren gefälschte Browser-Update-Pop-ups auf kompromittierten Websites.
Opfer gelangen über kompromittierte legitime Websites, Malvertising, SEO-Poisoning oder gezielte Watering-Hole-Angriffe auf solche Seiten. Umleitungsketten filtern Besucher nach Land, Browser und IP-Adresse, was die Angriffe schwer reproduzierbar macht. MITRE ATT&CK führt die Technik als Drive-by Compromise (T1189).
Warum Drive-by-Downloads gefährlich sind
Drive-by-Downloads infizieren Nutzer, die nichts offensichtlich Riskantes getan haben, etwa einen Anhang geöffnet. In den 2010er-Jahren verbreiteten sie Ransomware und Banking-Trojaner über verwundbare Installationen von Flash, Java und Internet Explorer. Moderne Browser mit Sandboxing und automatischen Updates haben exploit-basierte Drive-by-Angriffe seltener und teurer gemacht. Kriminelle setzen daher stärker auf Social Engineering, während staatlich unterstützte Gruppen bei gezielten Angriffen weiterhin Browser-Zero-Days einsetzen.
Wie man sich vor Drive-by-Downloads schützt
- Browser und Betriebssystem aktuell halten und veraltete Plug-ins entfernen.
- Bedenken, dass sich Browser selbst aktualisieren: Niemals ein „Update“ installieren, das eine Website anbietet.
- Werbeblocker, DNS-Filter und den Webschutz von Sicherheitssoftware nutzen.
- Die Ausführung heruntergeladener Dateien und Skripte auf Firmengeräten einschränken.