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Domain-Hijacking

Aktualisiert: · CyberSecureFox Editorial Team

Domain-Hijacking ist der Diebstahl einer Domainregistrierung, bei dem ein Angreifer die Kontrolle über die Domain beim Registrar übernimmt und Inhaber, DNS-Server oder den Anbieter ändern kann.

Wie Domain-Hijacking funktioniert

Wer das Registrar-Konto einer Domain kontrolliert, bestimmt, wohin die Domain zeigt. Angreifer erlangen diese Kontrolle durch:

  • Kontoübernahme – Phishing, wiederverwendete Passwörter oder ein kompromittiertes Postfach, über das das Registrar-Passwort zurückgesetzt wird.
  • Social Engineering gegenüber dem Support des Registrars, um Kontaktdaten zu ändern oder Schutzfunktionen abzuschalten.
  • Kompromittierung des Registrars selbst oder eines Wiederverkäufers.
  • Abgelaufene Domains – der Angreifer registriert eine Domain, deren Verlängerung der Inhaber vergessen hat, und nutzt ihren Ruf und ihre E-Mail-Adressen weiter.
  • Betrügerische Transferanträge mit einem gestohlenen Autorisierungscode (EPP- bzw. Auth-Code).

Hat der Angreifer die Kontrolle, ändert er die Nameserver – das läuft auf DNS-Hijacking aller Dienste der Domain hinaus. 2015 leitete die Gruppe Lizard Squad lenovo.com über einen kompromittierten Registrar um, und 2021 wurde die Domain perl.com über ein Registrar-Konto gestohlen und zu einem anderen Anbieter verschoben, bevor sie zurückgeholt werden konnte.

Warum Domain-Hijacking gefährlich ist

Eine gekaperte Domain verschafft Angreifern Website, E-Mail und Vertrauen der Organisation: Sie können Phishing-Seiten unter dem echten Namen hosten, Mails zum Zurücksetzen von Passwörtern verknüpfter Konten empfangen, TLS-Zertifikate beziehen und Update-Server umleiten. Die Wiederherstellung kann Tage oder Wochen dauern und erfordert oft Streitbeilegungsverfahren des Registrars oder der ICANN. Anders beim Cybersquatting: Dort registriert der Angreifer eine neue, ähnliche Domain, statt die echte zu stehlen.

So verhindern Sie Domain-Hijacking

  • Registrar-Konten mit starken, einmaligen Passwörtern und phishingresistenter MFA schützen.
  • Registrar-Lock und für kritische Domains Registry-Lock aktivieren.
  • Automatische Verlängerung einschalten und Kontakt-E-Mail-Adressen auf einer anderen Domain führen.
  • WHOIS-/RDAP-Daten, Nameserver-Änderungen und Certificate-Transparency-Logs überwachen.
Synonyme:
Domaindiebstahl, Domain-Diebstahl, Domain Hijacking